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Spectator – Zeitgenössische Fotokunst aus Großbritannien

Stuart Lee, Helen McCrorie, Nigel Shafran, Shizuka Yokomizo

05.07.–10.08.2002

FOTOHOF Galerie

Der FOTOHOF gibt mit dieser Ausstellung einen Einblick in die zeitgenössische Fotokunstszene eines europäischen Landes. Im Vorjahr wurden schon Künstler aus Belgien und aus den Niederlanden gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem British Council in Vienna präsentieren wir in diesem Jahr vier Positionen aus Großbritannien. Die Arbeiten von Stuart Lee, Helen McCrorie, Nigel Shafran und Shizuka Yokomizo umfassen klassische Elemente der Dokumentarfotografie und stellen sie gleichzeitig in Frage.

Nigel Shafran

Nigel Shafran’s »Dad’s Office« ist eine persönliche Dokumentation über das Ausräumen des väterlichen Büros zu Hause. Scheinbar vergessene Objekte erscheinen wie konstruierte Stilleben. Genauso abstrakt und zufällig breiten sich Wasserflecken auf kaputten Tapeten und Wänden in einem Raum aus, der gleichzeitig menschenleer aber voll mit Erinnerungen ist.

Helen McCrorie

Helen McCrorie, »Waterway«, 2000, Videostill
Helen McCrorie, »Waterway«, 2000, Videostill

Helen McCrorie’s Waterway ist ein einstündiges Video eines Kanals durch Glasgow, nachdem dieser das erste Mal nach langer Zeit ausgelassen wurde. Die Kamera schwenkt konstant und gleichmässig am Ufer entlang. Der Beobachter ist ein Spaziergänger, dessen Blick auf eine normalerweise idyllische Parkszene fällt. Die üblicherweise perfekte Landschaft ist jedoch mit Autos, Kühlschränken, und anderen versteckten Abfällen der Konsumgesellschaft übersäht.

Stuart Lee

Stuart Lee, »Reserve«, 1999, C-Print, 76 x 76 cm
Stuart Lee, »Reserve«, 1999, C-Print, 76 x 76 cm

Stuart Lee’s Serie »Reserve« zeigt grossformatige Fotos von Vogelobservatorien in Naturschutzgebieten. Diese Orte wurden zur Beobachtung der Natur errichtet, und erlauben dem Betrachter einen ungestörten Blick aus einem versteckten Aussichtsturm. Dokumentar- und auch Tierfotografie versuchen ihre Subjekte in ungestörten Momenten einzufangen, unberührt von der Anwesenheit des Beobachters, wobei der Fotograf es fertig bringt, gänzlich unbemerkt zu bleiben.

Shizuka Yokomizo

Shizuka Yokomizo, »Dear Stranger«, 1999, C-Print, 108 x 127 cm
Shizuka Yokomizo, »Dear Stranger«, 1999, C-Print, 108 x 127 cm

Shizuka Yokomizo’s Arbeit »Stranger« befasst sich mit dem Thema des Voyeurismus, indem sie die klassischen Methoden der Dokumentarfotografie in Frage stellt. Die Serie dieser anonymen Porträts entstand, nachdem die Künstlerin einen Briefkontakt zu Menschen, die im Erdgeschoss leben, hergestellt hatte. Sie lud sie ein, bei ihrem voyeuristischen Spiel mitzumachen; sie bat zu einer bestimmten Zeit die Vorhänge zu öffnen und sich so zu »entblößen“. Nachdem ein Foto gemacht wurde, verschwindet die anonyme Fotografin. Fragen zu öffentlichem, bzw. privatem Raum und das Verhältnis zwischen Fotograf und dessen Subjekt tauchen auf.

Mit Unterstützung von The British Council